Jordanien, Felsenstadt Petra

Die verlassene Felsenstadt Petra im heutigen Jordanien war in der Antike die Hauptstadt des Reiches der Nabatäer. Wegen ihrer Grabtempel, deren Monumentalfassaden direkt aus dem Fels gemeißelt wurden, gilt sie als einzigartiges Kulturdenkmal und wurde in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen. Auf halbem Weg zwischen dem Golf von Akaba und dem Toten Meer, liegt Petra auf einer Höhe zwischen 800 und 1350 m in einem weiten Talkessel im Bergland von Edom. 

„Petra ist der herrlichste Ort der Welt“ – und jede Beschreibung sei sinnlos, da sie der Wirklichkeit nicht gerecht sein könnte: So schwärmte T. E. Lawrence alias „Lawrence von Arabien“ von Jordaniens unglaublicher Felsenstadt. 

Schon der erste Eindruck ist schlichtweg überwältigend. Der Besucher wandert zuerst durch eine enge, gewundene, mehr als einen Kilometer lange Schlucht, den sogenannten „Sik“ oder „Schacht“. Fast 100 Meter hohe Felswände ragen auf beiden Seiten auf. An der engsten Stelle ist die Schlucht nur zwei Meter breit.

Der Ort ist nur über einen schmalen Gebirgspfad von Nordwesten zugänglich oder von Osten her durch eine etwa 1,5 Kilometer lange und ca. 70 Meter tiefe Felsschlucht, den Siq (dt.: „Schacht“), der an seiner engsten Stelle nur 2 Meter breit ist. Schon auf dem Weg zum "Schacht" bestaunen wir die verschiedenen Felsformationen und die unterschiedlichen Farbschattierungen. Statt zu Fuß kann man auch per Pferd Zur zum Siq gelangen.

Nach der Kontrollstation beginnt nun die beeindruckende Schlucht.

Nach der Legende sei Petra der Ort gewesen, an dem Mose beim Exodus des Volkes Israel aus Ägypten mit dem Schlag seines Stabes eine Quelle an dieser Stelle aus dem Stein habe sprudeln lassen. Die Region um Petra trägt daher den Namen Wadi Musa (dt.: „Mosestal“). Tatsache ist, dass die Nabatäer mit ihren Fähigkeiten in der Wasserbewirtschaftung eine künstliche Oase und damit eine wesentliche Voraussetzung für Blüte und Wachstum der Stadt schufen.

Neben den vielen Touristen muss man in der Schlucht auch die Pferdekutschen ertragen, die in aberwitziger Geschwindigkeit nach unten rasen.

Am Ausgang der Schlucht erwartet den Besucher das "Schatzhaus"

Das „Schatzhaus des Pharao“, wie es von den Beduinen genannt wurde, war in Wirklichkeit eines von zahlreichen Felsgräbern. Es wurde möglicherweise für den Nabatäerkönig Aretas IV. angelegt, der im 1. Jahrhundert v. Chr. regierte.

Von hier aus gelangt man in das sehr weitläufige Zentrum von Petra.

Das Römische Theater, das ebenfalls direkt aus dem anstehenden Fels gemeißelt worden ist, soll auf 45 Sitzreihen zwischen 5000 und 10.000 Zuschauern Platz geboten haben.

Nördlich des Theaters erhebt sich rechter Hand die so genannte „Königswand“. Auf halber Höhe reihen sich hier gleich 13 monumentale Grabtempel aneinander, die aufgrund ihrer Größe und Ausschmückung als Königsgräber gedeutet werden.

Das Temenos-Tor im Zentrum von Petra

Der Haupttempel Qasr al-Bint

Und noch einige Bilder. Es gibt sehr, sehr viel zu sehen.

Neben Pferden und Dromedaren findet man hier auch Echsen , Vögel und Insekten. Eine Spezies hat uns besonders beeindruckt:

Zunächst konnten wir diese Heuschrecke nicht einordnen (oben Männchen - unten weibliches Exemplar). Aber zu Hause haben uns Internetfreunde weitergeholfen:

Das Rätsel ist gelöst: Dank der tatkräftigen Unterstützung von Angelika und Reimund (HP: http://www.angelikaley-fotografie.de) konnte der Name der Heuschrecke ermittelt werden: Poekilocerus arabicus 

In der Wissenschaftlichen Literatur gibt es kaum Hinweise, aber einige Reisende haben auch schon Bilder mitgebracht. Diese Art kommt nur auf der Arabischen Halbinsel vor.